SUSANA COSTA DANIEL PASSIONIERTE SURFERIN, ANGEHENDE SKATEBOARDERIN UND MUTTER

Die gebürtige Portugiesin ist in der wunderschönen Stadt Lissabon zu Hause, nur 15 Gehminuten vom Strand entfernt. Als sie vor nicht allzu langer Zeit das Surfen für sich entdeckte, veränderte es ihr Leben zum Besseren. Auf Instagram betreibt Susana eine Surf- und Skateboard Community rein für Frauen, die in ihrer Heimatstadt Gleichgesinnte treffen und sich gegenseitig motivieren und inspirieren wollen.

Wie bist du zum Surfen gekommen?

Ich wollte es eigentlich schon als Teenager ausprobieren, kam aber aus verschiedenen Gründen nie dazu. Die Jahre zogen ins Land und irgendwann dachte ich mir, nun ist es zu spät, um mit dem Surfen zu beginnen.

2020 fiel mir nach einem monatelangen Lockdown jedoch die Decke auf den Kopf und ich wusste, dass mein gewohnter Sommerurlaub dieses Mal etwas anders aussehen musste. Aus irgendeinem Grund begann ich, im Internet nach Surfcamps zu suchen, und stieß schließlich auf eines in Aljezur. Ein All-inclusive-Camp – genau das, wonach ich suchte!

Als ich meinen Kindern (damals 17 und 18) davon berichtete, dachten sie, ich hätte den Verstand verloren. Und ein bisschen peinlich war es ihnen auch, denn es ist schließlich gar nicht cool, mit ihrer Mum ein Surfcamp zu besuchen … Aber wir taten es trotzdem! Es war wirklich tough; ich konnte erst am vierten Tag auf dem Brett stehen. Jede Faser meines Körpers tat mir weh, aber das war es wert!

Nach dem Camp blieb ich dran, nahm Surfstunden und ging bei jeder Gelegenheit ins Wasser. Ich begann, mich gesünder zu ernähren, und wurde fitter – und dadurch glücklicher!

Das Surfen wurde mir nicht in die Wiege gelegt; ich lerne eher langsam. Mit der Physis einer 20- oder 30-jährigen Sportlerin kann ein 50-jähriger Körper außerdem nicht mithalten, aber das Einzige, was zählt, ist, dass mich das Surfen glücklicher denn je macht.


Was bedeuten die Worte Women of the Wave für dich?

Für mich bedeutet Women of the Wave, Frauen mehr Macht und eine Stimme zu geben. Es bedeutet, anzuerkennen, dass wir ebenfalls Teil der Surfwelt sind. Einer Welt,
die nach wie vor sehr sexistisch ist.

Welche drei Dinge liebst du am Surfen?

- die Verbindung zum Meer und zur Natur

- das Gemeinschaftsgefühl unter uns Surferinnen

- die Bestärkung, die ich als 50 Jahre junge Frau bekomme, wenn ich den schwierigsten Sport erlerne, den ich je ausprobiert habe, und jeden Morgen beim Aufwachen den Wunsch verspüre, noch mehr zu surfen, auch wenn es hart ist (aber es macht immer Spaß)

Wer inspiriert dich beim Surfen?

Schon in jungen Jahren bewunderte ich zahlreiche Profisurferinnen und ihre inspirierenden Storys. Derzeit blicke ich ganz besonders zu meiner Landsfrau Yolanda Hopkins auf, dieser starken und wunderbaren Surferin, die so hart für ihre Ziele kämpfen musste.

Wisst ihr was? Ich inspiriere mich auch selbst. Ich bin stolz darauf, dass ich nie aufgebe, selbst wenn viele Leute in meinem Umfeld mich für verrückt erklären und fragen, ob ich in meinem Alter nicht eher Sportarten wie Golf oder Padel-Tennis ausprobieren sollte … Haha, ganz sicher nicht!


Welche Ratschläge würdest du einem Rookie geben?

Finde die richtige Surfschule und das richtige Surfboard. Geh bei jeder Gelegenheit ins Wasser und gib nie auf. Es wird Momente geben, in denen du dir denkst, du schaffst das nie. Es wird hart sein. Aber das schiere Glücksgefühl, das einem das Surfen gibt, ist es wert!

Mit welchen Hürden bist du als Surferin konfrontiert?

Den üblichen Hürden, die uns Frauen in der Gesellschaft im Weg stehen. Um akzeptiert zu werden, müssen wir für gewöhnlich besser sein als Männer.

Manchmal werden mir missbilligende Blicke zugeworfen, à la „Was machst du hier in ‚unserem‘ Peak?“, oder ich bekomme Dinge zu hören wie: „Wenn du nicht gut genug bist für die grünen Wellen, hast du hier nichts verloren.“ Drop-ins durch männliche Surfer kommen regelmäßig vor – als wäre ich unsichtbar.

Ich frage diese Leute dann normalerweise, ob sie von Geburt an surfen konnten. Unglaublich, wie manche vergessen, dass sie es selbst erst erlernen mussten!

Natürlich verallgemeinere ich hier. Ich surfe auch mit tollen, aufgeklärten Männern und so mancher Frau, die „von Geburt an surfen konnte“. ;)

Gerne vergleiche ich das mit der Situation, wenn man im Auto sitzt und vor einem ein Fahrschulauto fährt. Dann gibt es zwei Arten von Menschen: diejenigen, die brüllen und hupen, weil die Person am Steuer langsam unterwegs ist oder Fehler macht, und diejenigen, die verstehen, dass sie geduldig sein müssen. Die Straße gehört allen – Lernenden, Führerscheinneulingen und Menschen, die seit Jahren Auto fahren.


Wie lassen sich diese Hürden deiner Meinung nach überwinden?

Mit Projekten wie Women of the Wave, die das Bewusstsein auf der ganzen Welt dafür schärfen, dass Frauen andere Bedürfnisse haben als Männer. Und auch durch lokale Surfcommunitys für Frauen, die ihnen tagtäglich Unterstützung geben.

Frauen lernen anders als Männer. Wir sind nicht so wettbewerbsorientiert und die meisten von uns wollen niemandem etwas beweisen. Wir wollen einfach nur Spaß haben!

Und natürlich auch, indem wir lauter werden und öffentlich über all die Hürden sprechen, die wir Frauen überwinden müssen.


Auf welchen Surfmoment bist du besonders stolz?

Im Juni 2022 gründete ich die Instagram-Seite Surf Sisters Lisbon, eine Surfcommunity für Frauen in Lissabon, denn ich vermisste einfach eine Art Gemeinschaftsgefühl. Viele Frauen hatten keine Freundin, mit der sie surfen gehen konnten.

Weniger als ein Jahr später zählen wir mehr als 1000 Follower auf Instagram und mehr als 100 Mitglieder in unserer WhatsApp-Gruppe. Und das nur in Lissabon.

Wir gehen gemeinsam surfen und skateboarden, nehmen an Events teil und probieren auch andere Sportarten aus. Wir machen kleine Surftrips, nehmen Surf- und Skateboardstunden, treffen uns zum Abendessen und tauschen uns in einer sicheren und urteilslosen Umgebung mit gleichgesinnten Frauen aus.

In dieser Community habe ich schon viele tolle Frauen kennengelernt. Ich höre oft, wie dankbar sie für unsere Community sind. Wir alle brauchen sie, und das macht mich glücklich.

Auf welche Weise hat das Surfen dein Leben verändert?

Das Surfen hat mein Leben auf den Kopf gestellt.

Früher arbeitete ich für große internationale Konzerne, aber gleich in meiner ersten Woche auf dem Surfbrett wusste ich: Mein Leben würde sich ändern und ich musste mir eine Beschäftigung suchen, die mit dem Wasser und den Wellen zu tun hat.

Zweieinhalb Jahre später betreibe ich mein eigenes Surfprojekt. Es passt einfach alles und ich kann meinen Traum leben.

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